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Mai 2012
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Artikel-Schlagworte: „Kohle“

postheadericon Die Energiegewinnung aus Kohle

 

Kleinzeche zur Kohleförderung, Foto: ruhr_friedhelm_flickr

Kohle ist immer noch ein wichtiger Bestandteil der Energiegewinnung in Deutschland. Die erneuerbaren Energiequellen sind mittlerweile völlig zu Recht auf dem Vormarsch, die Kohlekraftwerke, Zechen und Stahlwerke im Ruhrgebiet wurden im Rahmen eines umfassendenStrukturwandels in den meisten Fällen längst zu Kulturattraktionen umgewandelt.

Dennoch basieren zwanzig Prozent des Primärenergieverbrauchs in Deutschland auf Kohle, in der Stromproduktion ist das schwarze Gold sogar der wichtigste Energieträger – vierzig Prozent des Stroms der durch deutsche Leitungen fließt wird durch Kohle gewonnen.

Die Hauptabnehmer von Steinkohle sind demzufolge auch die Kraftwerke, gefolgt von Stahlwerken. Nennenswerten Anteil an der Steinkohlenachfrage haben das produzierende Gewerbe und Kleinverbraucher, wobei im produzierenden Gewerbe das Erdgas die Kohle allmählich verdrängt.

Die Kohleförderung ist in Deutschland seit Jahrzehnten höchst defizitär. Es ist deutlich billiger Kohle aus Russland, Südafrika, Polen oder Kolumbien zu importieren, als sie in Deutschland abzubauen, wo sie nur noch in großer Tiefe zu finden ist. Die große Tiefe bedeutet einen hohen technischen Aufwand und enorme Kosten. Seit Jahren wird der Steinkohleabbau in Deutschland nur durch Subventionen am Leben gehalten. Die Hilfen pro Tonne dürfen dabei allerdings den Unterschied zwischen Produktionskosten und durchschnittlichen Drittlandskohlepreisen nicht überschreiten und nachgewiesene Aufwendungen für Stilllegungen bei Rücknahme der Förderkapazitäten müssen gedeckt werden. Trotz der Subventionen des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen, gehen die Beschäftigungszahlen im Steinkohlebergbau seit Jahrzehnten zurück. 1960 arbeiteten fast 500.000 Menschen in 146 Bergwerken, das Wirtschaftswunder basierte auch auf der aufopfernden Arbeit der Kumpels in Duisburg – Marxloh oder Essen – Karnap. Auch aus Dankbarkeit an jene Generation, halten Bund und Länder den Bergbau künstlich am Leben.

1990 waren es nur noch 92.500 Menschen, die in 27 Zechen unter Tage fuhren, 2009 nur noch 27.00 in sechs Bergwerken.